Im weiteren Prozess wurde aber klar, dass diese Idee nicht in den Solidaritätsfonds passt. Wie seid ihr damit umgegangen?
Arnd: Natürlich war das zunächst enttäuschend. Im Workshop zeigte sich, dass der Solidaritätsaspekt hinter unserer Idee für viele nicht eindeutig genug war. Das ist legitim. Mitwirkung heisst nicht, dass jede Idee automatisch umgesetzt wird.
Anne: Trotzdem waren wir sehr erfreut, dass der Sunnige Hof unsere Idee unterstützt und weiterverfolgen wollte. Das war ein klares Zeichen, dass unser Vorschlag ernst genommen wird – auch ausserhalb des ursprünglichen Gefässes. Nun hoffen wir, dass sich Menschen aus dem Sunnige Hof finden, die Lust haben, gemeinsam mit uns an diesem Thema weiterzuarbeiten.
Wie geht es nun konkret weiter?
Arnd: Die Idee soll spielerisch weiterverfolgt werden. Gemeinsam mit Grün Stadt Zürich überlegen wir uns, wie sich die Biodiversität im Sunnige Hof in den nächsten Jahren messbar erhöhen lässt. Wenn uns das gelingt, könnte daraus etwas Gemeinsames entstehen – etwa ein Anlass oder eine andere Form der Unterstützung. Die Details sind offen, wichtig ist der niederschwellige Zugang. Wir machen uns aber keine Illusionen: Nachhaltigkeit und Verhaltensänderungen haben es gesellschaftlich momentan schwer. Aber es gibt Menschen, die Lust und Energie haben – oft reicht schon eine kleine Gruppe, um etwas ins Rollen zu bringen.
Was hat Biodiversität aus eurer Sicht mit Mitwirkung zu tun?
Anne: Engagement in einen biodiversen Sunnige Hof macht gemeinsames Handeln sichtbar. Es geht nicht einfach ums Mitmachen, sondern ums gemeinsame Wirken. Wo gibt es im Sunnige Hof Orte, die wir verändern möchten – mehr Schatten, mehr Grün, mehr Aufenthaltsqualität? Wenn man gemeinsam etwas anstösst und später sieht, dass sich tatsächlich etwas verändert, wird Mitwirkung sinnlich erfahrbar. Genau diese Verbindung aus Niederschwelligkeit, Freude, gemeinsamen Tun und seiner sichtbaren Wirkung macht das Thema so geeignet für Mitwirkung.
Arnd: Wir sehen bei diesem Projekt das volle Potenzial der Mitwirkung: Gibt es die Möglichkeit, wirksam zu werden? Ist Kraft und Energie vorhanden, sich neben all dem anderen zu engagieren? Haben wir Lust und Motivation, das gemeinsam zu tun? Bei der Biodiversität können wir alle drei Fragen klar mit Ja beantworten.